comdays2007

Sonntag, 28. Oktober 2007

Thema: Jeder publiziert, aber wo bleiben Wahrheit und Substanz?


Die Bieler Kommunikationstage 2007 wurden von 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besucht. Diese folgten den Referaten zahlreicher Vertreter aus der Kommunikationsbranche. Sie diskutierten über aktuelle und zukünftige Anwendungsformen digitaler Technologien und über die Qualität der verbreiteten Inhalte. Thema des zweiten Tages waren Wahrheit und Substanz im Internet. Nachfolgend Notizen von den wichtigsten Vorträgen des zweiten Tages (unvollständig).

Alle Infos unter: http://www.comdays.ch/de/actu.html

Blog: http://comdays.wordpress.com/

Facebook: http://www.facebook.com/group.php?gid=5405523492

Poul Melbye, Politiken


Direktor Research und Strategy, Politiken, Kopenhagen

Internet und elektronische Medien setzen News

Zeitungen und Magazine müssen in ihrer Rolle umdenken. Keine Newshoheit mehr, weil die News überall entstehen und via Web2 verbreitet werden.

Folgen: Es müssen ändern:

- Organisation von Personal und Ressourcen
- Arbeitsweise, Workflow
- Layout und Design
- Business Modelle

Konzepte müssen revidiert werden

Politiken ist grösster Qualitäts-News-Provider online

Zeitung:
Intergründe und Ueberblick, insight and overview

Sylvia Egli von Matt, MAZ


Journalismus, Internet und Wahrheit:

Selbstbeobachtung
Professionell
Fremdbeobachtung

1) Wahrheit ist oberstes Ziel
2) Loyalität dem Bürger,
3) unantastbare Unabhängigkeit
4) Ueberprüfen von Fakten kostet Geld
5) Selektion gemäss Relevanz und Verhältnismässigkeit

These
Den professionellen Journalismus wird es noch lange brauchen

Aufgaben

Hintergründe erklären
Sachverhalte einordnen
Zusammenhänge darstellen

Glaubwürdigkeit plus Vertrauen

goodthinking, good writing, good reporting

Journalismus der Zukunft:
1) Multimedial denken und anbieten
2) Dialog mit Lesern intensivieren und Service anbieten
3) Lokales verstärken, news is about me
4) neue Formen zu erzählen erfinden (narrative story)
5) Führung und Management werden wichtiger, Reorganisationen sind zum Alltag geworden

Neue Berufsbilder

Den total multimedialen Journalisten gibt es nicht.
Ideal ist eine Kombination von zwei Inhalten

Foto und Video
Text und Foto
Text und Blog

Aber wichtig: in anderen Formen denken und planen können

Recherieren, denken, erzählen

Rainer Kellerhals, microsoft


Veränderung der Medienwelt

Nutzerverhalten verändert sich
Herstellung von Infos verändert sich
Personalisierung

Konsequenzen für Verleger:
- new experience
- new content management
- new content creation

Versprechen

- microsoft will plattform übergreifende Lösungen anbieten
- Finanzierung über Werbemarkt, ad-center

iPod ist für Microsoft ein Modell, wie Unterhaltung transportiert werden kann
Mehr social networking
Verknüpfung von Tools und Plattformen

Bsp. für Digital Publishing
neue elektronische Zeitung

Zeitungswebsites sind teuer, kurze Verweildauer

RSS-Feed, Destopnews, Feed, Erlebnis, Push-Channel

Digital Partnerships für NYT entwickelt, FT, zwei Drittel online Abo-Leser

These:

Wirtschafts und Technikpresse ist viel online-Affiner
General Interest Medien auf Papier

Unterhaltungsmedien am TV

Andreas Schönenberger, google


Schönenberger ist country manager switzerland bei google

"Wir von google organisieren die Medieninhalte, wir schaffen sie nicht"

Geheimnis von google: pageranking, crawlers

Der Algorythmus besteht aus 500 Mio Variablen, 2 Mrd Terms

Ziel: RELEVANTE news finden auf eine Suchanfrage. Informationen sollen georelevant abgelegt werden

google auf Mobile wird wichtiger, weil Verbreitung von mobile grösser als online Internet.

Handy = most personal device, GPS integriert


zur Person:


21.02.2007
Andreas Schönenberger wird Google Country Manager Schweiz

Google hat am Mittwoch die Ernennung von Andreas Schönenberger als Country Manager für seine Businessniederlassung Google Schweiz bekannt gegeben. Die Ernennung Schönenbergers und der anhaltende personelle Aufbau des Teams für die Schweiz sei ein weiterer Schritt von Google's verstärktem Engagement in den europäischen Märkten, das darauf abzielt, lokalen Nutzern und Unternehmen die besten Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Der 41-jährige Schönenberger war zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung der Beratungs-Gesellschaft ?Monitor Group" in der Schweiz. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group in leitender Funktion tätig. Frühere Stationen führten ihn unter anderem zu Asea Brown Boveri und zur Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.

Bruno Giussani, TED European Director


Die Erfolgsstory des Bondy Blogs 2006 von Hébdo

Während drei Monaten schreiben Hebdo-Redaktoren aus den Banlieus (aus Bondy) über den Alltag: http://www.hebdo.ch/bondyblog.cfm

Zweite Phase: Bürger werden zu Blogger. bei hebdo ausgebildet.

dritte Phase: das bondy-blog als Buch (zur Finanzierung des Blogs)

These: How blogs and journalists work together. = better journalism

blog und journalismus sind keine Gegensätze
es gibt die folgenden Gegensätze NICHT

alte medien, neue Medien
professionelle Medien, Amateurmedien
gute medien, schlechte medien

SONDERN

Blogs und tradit. Medien wirken komplementär. Support. helfen sich gegenseitig

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bsp. Blog and Breakfast
22 Wochen lang verbringen hebdo-Redaktoren einen Tag mit einem NR-Kandidaten
Uebernachten, reden, fotografieren, begleiten, wie politiker leben..
140 Nächte

Folgen: kritische Distanz, professionell, Befangenheit? mehr Infos?

Formen: Text, Photos, Videos, Geolokalisierung (Date, time, location via GPS)

Kosten: sFr. 300.- fürs Hosting, 4000 für die Ausrüstung

Cheap und sehr nützlich.

Miriam Meckel, Uni St.Gallen


Direktorin Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft:

Blogosphäre = 70 Mio Blogs weltweit
120 000 neue Blogs pro Tag
pro Sekunde ein neues Blog

Wer sind die Blogger? Weshalb bloggen sie?
social networking
sich selber darstellen und austauschen
blogger glauben sich selber, nicht den main stream journalisten

Netzwerkgesellschaft = Partiziptation und Transparenz, neue Kommunikationskultur

Neue Informationsdiffusion am Bsp. iPhone: Cluster in 3,21 Minuten zeigt auf einige wenige Posts zum selben iPhone-Thema.

Ziel der Blogger: Themen setzen im Web2
Schneeballeffekt nutzen
Cut Points schaffen
Multiplikatoren nutzen und selber ein Multiplikator sein.

Bsp für Power of Blogs:
DVD knack-code publizkiert. digg.com kapituliert.
Aufruf von Kewin Rose ohne Wirkung: We die trying.

Schlussfolgerungen:
Das Web 2 ist unkontrollierbar
Das Web 2 gehört allen. Partizipation der user als korrektiv
Das Web 2 verändert das Verhalten des Informationsprocessings und des Kommunikationsverhaltens.